Ja, Ronnie war mit uns am Gardasee, ließ sich mit anfänglich deutlichem Widerwillen ins Wasser locken und fuhr begeistert Motorboot. Wo immer mit ihm auftauchten, erhellten sich die Gesichter, jeder kannte ihn beim Vornamen. Wir haben ihn dann mit zunehmen- dem Argwohn bewacht, damit er uns nicht geklaut wurde.
Ronnie hat Stolz. Kläffende Bodendecker beachtet er nicht. Sein bester Freund ist ein Riesenschnauzer von Kalbsgröße. Wenn die beiden über Felder und Wiesen jagen, kann man die acht Pfoten trommeln hören.
All seine Lebensäußerungen, und davon gibt es reichlich, sind anmutig und von Freundlichkeit bestimmt. Ronnie macht uns sehr viel Freude. Er ist immer um uns herum, überall dabei, kann überall hin mitgenommen werden und verhält sich tadellos.
Ronnie hat so manchen Bestandteil unserer Tagsabläufe einer colliegerechten Änderung unterzogen. Er stellt durchaus seine Forderungen, was zum Beispiel Spazier-gänge, Spiel- und Tobezeiten anbelangt.
Er setzt sich dann auffordernd vor seine Leine oder kramt aus irgendeiner Ecke ein Spielzeug hervor und schleppt es in den Garten. Dann geht es rund, bis seine Gnaden müde sind. Er zieht sich dann gern auf seinen Allzweckteppich im Flur zurück, benagt ein trockenes Brötchen und sammelt neue Kräfte.
Ronnie begleitet uns jeden Morgen zum Briefkasten, um die Zeitung zu holen. Das ist lieb von ihm. Nur, er gibt die Zeitung dann nicht wieder her. Deren Herausgabe kostet jedes Mal eine Scheibe Wurst. Ronnie hat uns Glück gebracht. Bestimmt hat so mancher Engel vier Colliepfoten. Wir haben sogar Grund, ihm dankbar zu sein. Er war es, der die Trauer um unseren Andie erträglich gestaltet hat. Wir hoffen, dass Ronnie auch sehr lange bei uns bleibt. Wir tun jedenfalls alles, ihm ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen.
Für Ihre aufopfernde Tätigkeit für die einzigen Lebewesen, die unter uns Menschen wirklich unschuldig sind, danken wir Ihnen nochmals, auch in Ronnie's Namen.
Mitte Oktober werden wir unsere diesjährige Nord-landreise unternehmen, dann können Sie den Lausejungen wiedersehen. Jetzt geht's erst mal wieder an den Gardasee, Ronnie wünscht zu verreisen.
Mit guten Wünschen und herzlichen Grüßen,
Ihre Familie M.


Sehr geehrte Fam. Koopmann,

es ist an der Zeit, Ihnen wieder Nachricht über unseren Ronnie zu geben.
Generell hat sich an unserem Ersteindruck über diesen unvergleichlich liebenswerten Lausebengel nichts geändert. Ronnie hat sich zu einem prachtvollen, charakterlich einwandfreien, wunderschönen Vertreter seiner Rasse entwickelt. Er hat sich eng an uns angeschlossen. Wir haben ihm immer gezeigt, dass wir ihn lieben und er uns unbedingt vertrauen kann. Auch meine Familie und ich können ihm restlos vertrauen. Wir haben erreichen können, dass er sich zu einem Familienmitglied mit eigenem Willen entwickeln konnte, er aber auch gern gehorsam ist, wenn er erkennt, dass dies seiner Sicherheit dient. Seine Intelligenz versetzt uns so manches mal in Erstaunen.
Mit Ronnie in die Öffentlichkeit zu gehen, ist allerdings auch frustrierend. Niemand bewundert den Rest der Familie. Ronnie, nahezu jedermanns Liebling, wird gestreichelt, bestaunt und gehätschelt. Und er genießt das in vollen Zügen. Begeisterte italienische Familien ergehen sich regelmäßig in Ausrufe wie "Che bello questo Lassie!" "Si po toccare lui?" (Wie schön ist doch dieser Lassie, kann man den anfassen?) Dass alle Kellner ohne Aufforderung Wasser und auch schon mal ein Schmeckewöhlerchen vor seine Nase stellen, betrachtet er mittlerweile als selbstverständlich.
RONNIE
26.09.01