ROMY
Liebe Frau Koopmann,
meiner Rasselbande geht es hervorragend. Romy taut immer mehr auf. Sie entdeckt fast täglich neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Z. B. spielt sie inzwischen mit dem - zuerst mit Nichtachtung gestraften - „Knochen" aus Baumwollfäden. Sie bringt ihn sogar zum Bärli, weil sie Tauziehen spielen will, hat aber noch keinen Erfolg. Bärli ist eben nachtragend. Kann sich aber nur noch um Wochen handeln, bis auch das klappt, sie spielen ja schon kräftig miteinander. Beweisfotos anbei.
Ich muss schon zugeben, dass ich meinem Bärli gegenüber anfangs ein schlechtes Gewissen hatte. Ich hatte Romy aufgenommen, damit er wieder einen Weggefährten hat (Esther im Hundehimmel und Gina in Spanien), und dann diese Furie! Inzwischen haben beide so zusammengefunden, dass keiner ohne den anderen geht. Will einer in den Garten, muss der andere hinterher. Sieht Romy Bärli im Wald nicht, weil der wieder einmal stromern ist, wird sie nervös und sucht ihn. Vorgestern hatte sie sogar angefangen zu weinen, weil ich sie schon angeleint hatte, Bärli aber noch nicht, und dieser Schlingel ist dann noch mal abgehauen.
Bärli hat ihr auch beigebracht, was es heißt, ein Wachhund zu sein. Fazit ist, dass ich zwei kläffende Hunde habe, die jedem Vogel lautstark hinterher müssen. Zuerst wusste Romy gar nicht warum, aber nach dem Motto: Wird schon seinen Grund haben - lief sie hinterher. Inzwischen fängt sie an und Bärli kommt gucken, welcher Fremdling nun verscheucht werden muss.
Romys Geräuschempfindlichkeit hat sich stark gebessert. Sie läuft nur noch davon, wenn es sich um einen Schuss handelt. Die Irritation hält aber nicht lang an, die Abstände verringern sich von Mal zu Mal. Sie will dann sofort wieder Ball spielen. Bei unbekannten Geräuschen klemmt sie nur noch die Rute zwischen die Beine - ist dann aber im Nu vorbei. Ablenkung durch Ballspielen und Tellington Touch scheinen hier das Erfolgsrezept zu sein.
Wir fahren in vier Wochen wieder nach Spanien. Dann gibt es wieder Fotos und Neuigkeiten. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute, Ihre Sabine M.

3. Mai 2002
Es ist unglaublich, wie sich unsere Romy verändert hat - und noch immer verändert  - es gibt jeden Tag etwas Neues, was unsere Süße entdeckt. Sie wird immer natürlicher und sprüht nur so vor Lebensfreude.
Unsere Beiden sind total zusammen gewachsen. Jeden Morgen muss mindestens eine Stunde gespielt werden. Dabei möchte man nur zusehen. Sie gehen total zärtlich miteinander um. Teilweise liegen sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber und knutschen sich ab.
Wenn ich allein die Fortschritte im Spielverhalten sehe. - Zuerst: Ein Ball? Was ist das denn? - Dann: Ah, da kann man hinterher laufen. Gut. Was, den soll ich zurück bringen? Nö. - Dann: Wenn ich den Ball zurück bringe, wird er schneller wieder geworfen. Wenn ich keine Lust mehr habe, lasse ich ihn einfach irgendwo liegen. Entweder Frauchen und Herrchen passen auf, oder sie haben Pech und müssen mir einen neuen kaufen. Was  - das funktioniert nicht? Nun gut, dann muss ich ihn eben ständig tragen. Zwischendurch doch mal verloren gegangen? Jetzt wurde ich „alter“ Hund sogar überzeugt, den Ball meilenweit zurück zu verfolgen und bekomme bei Erfolg sogar eine Belohnung.
Nun die spannende Situation, der Ball ist ins Wasser gefallen. Iiiiiiiiiiiiiihhhhhh! Durch den Urlaub auf Usedom wurde ich sogar überzeugt, bis zum Bauch ins Wasser zu gehen. Nur Schwimmen ist noch nicht so mein Ding - kommt vielleicht noch. Zum Vatertag sind wir wieder da.
Ich glaube, ich habe Romys Gefühle ganz gut wiedergegeben.
Sie ist inzwischen total verschmust. Sogar meine Putzfrau stellt täglich die Veränderungen fest. Sie hat manchmal Zeitprobleme, weil Romy sich ständig in den Weg legt, stellt oder Schmuseeinheiten fordert.
Da Romy nicht mehr unbedingt die feine Dame spielt und beide Hunde den ganzen Tag toben, wenn sie können, habe ich das Gefühl, mehr Sand im Wohnzimmer als im Garten zu haben. Es wird keinerlei Rücksicht auf Strauch oder frisch Angepflanztes genommen. Das macht alles nichts, wir freuen uns darüber, dass die beiden sich so „sauwohl“ fühlen, und mein Vorhaben, für meinen Bärli eine Partnerin zu suchen, und der Partnerin einen Kameraden zur Seite zu stellen, 100%ig geglückt ist.
Romy zeigt auch keine Ängste mehr bei Geräuschen. Nur bei Schüssen ist sie noch irritiert - läuft aber nicht mehr weg. Das Allerschönste allerdings ist, dass wir sie gesundheitlich so aufbauen konnten, dass die Hüftgelenksarthrose ihr keine Schwierigkeiten mehr macht. Ich habe im Januar mit dem Aloe-Vera-Saft angefangen, und bisher sind die Beschwerden nicht mehr aufgetaucht.
Ich könnte seitenweise weiterschreiben, aber ich muss mir für das nächste Mal noch Tinte aufheben!
Ihnen und Ihren Vierbeinern wünsche ich alles Gute. Sollten Sie einmal kurzfristig Hilfe in Berlin benötigen, melden Sie sich einfach.
Viele liebe Grüße von Romy, Bärli, Sabine M. und Alfred H.