QUEENY  Teil  2
Ein herzliches Grüß Gott aus dem tiefsten Bayern, von Queeny, Sunny und Pepper
Nee, keine Angst, wir sind jetzt nicht zu dritt. Pepper ist nur Frauchens Pflegekind und unsere beste Freundin. Pepper darf auch schon mal über Nacht bleiben. Da haben wir dann riesig Spaß und vor allem können wir dann zu dritt endlich sämtliche Türen im Erdgeschoss blockieren.
Jetzt bin ich ja bald ein Jahr hier und ich möchte euch erzählen, was ich so alles erlebt habe. Also, als ich im Winter nach Bayern kam, war alles tief verschneit. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welchen Spaß ich im Schnee hatte. Ich habe sogar einen neuen Hundesport kreiert: „Collie-Rücken-Schlittenfahren“. Ich schmeiße mich auf einem Hügel in den Schnee und rutsche auf dem Rücken runter. Wahnsinns-Spaß sag ich euch und Frauchen lacht sich tot. Ich hätte mich zu einem richtigen Clown entwickelt, sagen meine Leute.
Frauchen hat sofort versucht, mich in das bestehende Rudel zu integrieren. Hat auch wunderbar geklappt. Alle haben mich gleich akzeptiert. Frauchen und Sunny wollten ja nicht auf's Inn-Gassi verzichten. Auf dem Inn-Damm sausen wir dann wie verrückt durch den Sand und durch's Wasser. Wenn alle kommen, sind wir ein Rudel von bis zu 10 Hunden. Da fliegen die Fetzen, wie man in Bayern so schön sagt. Da machen wir uns dann so richtig schön schmutzig, dass es Frauchen nicht langweilig wird, wenn sie uns und das Haus wieder sauber kriegen muß. Schwimmen tu ich nicht. Noch nicht, Frauchen ist guter Hoffnung, dass das noch kommt. Sunny hat auch erst mit 3½ mit schwimmen angefangen.
Es hat sich aber herausgestellt, dass ich ein bisschen Angst vor schwarzen Hunden habe. Lea musste dann immer als Übungsobjekt herhalten. Vor allem die großen schwarzen machen mir Angst. Es wird schon langsam besser. Frauchen's Wahlspruch: „Nix überstürzen, wir haben noch 16 Jahre Zeit“.
Wenn Frauchen mittags von der Arbeit kommt, rasen wir erst mal ein paar Runden durch den Garten. Frauchens Tulpen standen diesen Frühling nicht sehr lange. Die haben wir gnadenlos abgemäht. Der Mohn hatte auch keine große Chance gegen unsere Rennanfälle. Das Blumenbeet wird nächstes Jahr wo anders angelegt, meint Frauchen, schließlich brauchen wir den Platz zum spielen. Wenn wir dann so richtig ausgetobt sind, kauen wir uns gegenseitig ein bisschen durch. Einmal ich die Sunny und dann umgekehrt.
Wie Ihr sicher im Internet schon gesehen habt, war ich auf einem Hunderennen. Ich war schneller als Sunny. Pepper war die schnellste von uns. Auf dem Bild seht Ihr noch ein paar Freunde von mir. Kleine Hunde liebe ich sowieso über alles. Die werden auch nicht von mir geschubst.
Mittlerweile kann ich sogar die Kellertreppe runter gehen. Das einzige was mir noch Angst macht sind enge Räume mit vielen Menschen. Da werde ich immer ganz nervös. Ich gehe auch noch nicht so gerne im Dunkeln raus. An dieser Stelle schöne Grüße an Peggy, wir hatten wohl die gleichen Probleme.
Einmal in der Woche geht Frauchen mit uns zum Agility-Training. Das macht riesig Spaß! Ich kenne schon alle Geräte und sause wie ein Wirbelwind durch den Parcours. Da kommen dann auf einmal solche Namen wie Fliegender-Teppich, Rasender-Flokati, ich glaube da meinen die mich. Auf dem Laufsteg muss ich natürlich langsamer gehen. Aber wenn ich dann wieder so richtig am rennen bin, treffe ich den Reifen oft nicht ganz in der Mitte. Da geht's unten durch einfach schneller.
Die ersten Stunden Begleithundtraining habe ich auch schon hinter mir. Dieses Fuß und Sitz und Platz-Bleib ist zwar nicht so lustig wie Agility, aber ich lerne sehr schnell meinen meine Leute. Im November wollten wir die Prüfung machen. Die ersten Tricks hat mir Frauchen auch schon beigebracht. Z.B. kann ich mit dem Kopf nicken, wenn Frauchen mich fragt ob ich ein Leckerli haben möchte. Und einen ganz tollen Knicks kann ich auch schon machen. Damit beeindrucken Sunny und ich alle Leute unheimlich.
Im Urlaub war ich auch schon zweimal. Zum Bergsteigen in Oberammergau in einem Hundehotel und im Herbst in Italien auf einer Burg (von Italien sind aber die Fotos noch nicht fertig). Frauchen sagt wir würden manchmal aussehen wie zwei Bergziegen. Ich sage euch jetzt nicht, wie Frauchen manchmal aussieht, vor allem wenn wir dann am Gipfel sind. Erinnert mich dann irgendwie an Tomate. (Kann ich frech schauen oder nicht ???? Kein Zweifel sagt Frauchen, mir springt der Schelm aus dem Gesicht!)
Dort gibt es herrlich große Wiesen, über die wir ohne Leine toben dürfen. Niemand stört sich dort an Hunden und ich habe sowieso den Lassie-Bonus. Wir könnten den ganzen Tag so durch die Berge sausen, aber Frauchen und Herrchen brauchen dann immer Pausen. Haben ja doch bloß zwei Beine, die Armen.
Aber am allerbesten ist es natürlich bei Herrchen auf der Couch. Frauchen sagt immer ich würde denken ich wäre ein Riesen-Yorkshire-Terrier. Aber ich verrate euch was, ich tue immer nur so, als wäre ich einer, ich weiß doch genau, dass ich ein Collie bin. Nur Herrchen fällt noch immer drauf rein.
Wenn dann alle ins Bett gehen, mache ich es mir in meinem Körbchen auf Collie-Art gemütlich. Ich schlafe nämlich auf dem Rücken, aber ihr wisst sicher am besten: Collies sind anders und schlafen anders
Ja, so sieht mein Leben jetzt aus. Ich bin ausgeglichen, verspielt und ein richtiger kleiner Kasperl geworden. Futterneid zeige ich gegenüber Sunny und bekannten Hunden keinen mehr. Nur wenn fremde Hunde zu nah an Frauchens Leckerlitasche sitzen, da kann ich schon mal sauer werden.
So, jetzt machen wir mal Schluss für heute. Schließlich habe ich noch einiges zu tun. Muss noch Türen blockieren, die Meerschweine beaufsichtigen, Sunny durchkauen, Klopapierrollen klauen, an der Tür bellen, Schuhe verstecken, Schuhbänder raus ziehen und dann ausruhen dass ich beim Gassi wieder so richtig aufdrehen kann.
Pfürti (bayrisch Tschüss) bis bald
Queeny, Sunny  und Liane R, Julia R. Ernst G.
Ja, das ist Queen heute. Ich glaube, sie hat sich zu dem entwickelt, was sie schon immer sein sollte. Ein wahnsinnig intelligenter, verspielter, verschmuster und lieber Collie. Sie lernt unheimlich schnell und ist immer bereit für neue Späße. Kleine Ecken und Kanten haben wir noch, aber bitte schön, was wäre ein Collie ohne alle Eigenheiten.
Wenn wir dann abends nach einem ausgefüllten Tag nach Hause kommen, mache ich es mir vor dem „Hundefernseher“ gemütlich. Am Anfang musste ich mich ganz schön über diese Meerschweinchen aufregen. Die sind immer am quietschen und pfeifen. Inzwischen finde ich sie ganz lustig und passe auch super auf, wenn die Freilauf haben, dass keines abhanden kommt.