SAMIRA
17.12.2007 „SAMIRA“
Unser Alltag ist um einen braun-blauen(Augen)-grau-weißen(Fell) Farbklecks bunter geworden. Dieses 16 kg leichte, mittlerweile 17 kg „schwere“ Energiebündel, welches bestenfalls auf dem Papier schon über acht Jahre alt ist, verzaubert jeden, der einmal in Kontakt mit ihr tritt.
Die Tob- und Spieleinheiten mit unserem 10-jährigen Biovitalopi Don werden immer häufiger. Bei der zweimal täglich stattfindenden Raubtierfütterung wird ein allgemeiner Gesang angestimmt, der - durch mich verstärkt - schnell mal Orchesterlautstärke erreichen kann und immer wieder für allgemeine Belustigung sorgt. An der Harmonie der Melodien müssen wir allerdings noch ein wenig üben.
Spaziergänge können Samira niemals lang genug sein (15 km oder 3 Stunden reichen gerade mal zum „warm werden“) und kein Mausbau ist tief genug. Dame ist sie dabei natürlich auch - während unsere Dampfmaschine Don auch im Winter jeden Bach durchpflügt, nimmt Samira lieber die kleine Holzbrücke.
Unsere drei Katzen gehören bereits zum engsten Freundeskreis, mit Kater Tommy schläft Samira nachts oftmals auf einer Decke. Unterschiedliche Auffassungen bleiben aber dennoch bestehen. Während Samira das „Gesicht ablecken als Begrüßung“ durch unsere Katzendame Daisy zumindest dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen etwas ungewöhnlich findet, nehmen die Katzen bei Samiras Spielaufforderungen (springen und ducken) doch lieber Reißaus.
Dienstags ist Bürotag, Samira fährt mit meiner Frau zur Arbeit. Dort hat sie die ganze Büromannschaft fest im Griff und ist für alle dort unentbehrlich. Dabei übernimmt sie auch die Oberaufsicht über alle Brötchentüten - keiner packt was aus, ohne von ihr kontrolliert zu werden. Ihre Aufgabe als Vorkoster nimmt sie dabei sehr ernst.
Kurz gesagt: Die Exotin aus Ihrer Station ist zum Präzisionstreffer in unserer Familie geworden und so soll es auch die nächsten 100 Jahre (mit Verlängerungsoption) bleiben. Leider bot das bescheidene Wetter der letzten Wochen noch nicht viele Gelegenheiten für schöne Fotos, dennoch haben wir eine kleine Auswahl beigefügt.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Hunden ein ruhiges und erfreuliches Weihnachtsfest - sowie ein positives und erfolgreiches neues „Menschen- und Hundejahr“ 2008.
Mit besten Grüßen, Wolfgang Müller
12. März 2008
Hallo Frau Koopmann, hallo Herr Koopmann,
schreibe Ihnen gerade, während Samira etwa 5m entfernt von mir im Flur auf dem Bodenmosaik liegt - einer ihrer Lieblingsplätze, schön kühl, wie es sich für eine Nordische gehört. Begebe ich mich jedoch an den Küchentisch (ausgewiesene Samirahöhle), legt sie sich prompt dort drunter auf eine ihrer Decken und wärmt mir die Füße. Sie ist schon ein echtes Schätzchen - auch wenn sie uns allesamt gnadenlos um den Finger wickelt und täglich ganz offen ihre eigenen Vorstel-lungen z. B. von der Futterauswahl (nimmt längst nicht alles) demonstriert. Eine kleine "Hochwohlgeboren" ist sie auch. Wenn sie z.B. heute gar nicht genug von meinen Streicheleinheiten bekommen kann und es morgen dann heißt: "Pöh, lass mich in Ruh, ich mag gerade nicht". Anfangs suchte ich noch nach begangenen Fehlern bei mir - jetzt jedoch, nach viereinhalb Monaten kennen wir Madame doch schon ganz gut und ohne sie wäre unser Alltag gar nicht mehr vorstellbar.
Ich denke, dass unser Rüde Don das genauso sieht. Wenn er auch so manches Mal ebenfalls unter ihren Allueren zu leiden hat ("ich spiele mit dir nur wenn ich Lust habe - so jetzt !"). Aber wenn´s dann los geht, gibt es kein Halten mehr und man muss schon echt aufpassen, um nicht den Boden unter Füßen zu verlieren. Dabei zuzusehen (Dampfmaschine Don gegen Sprungfeder Samira) ist schon ein wahrer Augenschmaus.
Beindruckend ist hierbei auch immer wieder Samiras Geschwindigkeit, die es sogar einmal geschafft hat unseren Don (doppel-tes Gewicht!!!) auf den Boden zu werfen - wenn auch nur für eine Sekunde. Das war ein wirklich schwerer Tag für ihn und ich musste ihm den Rest der Strecke Trost spenden.
Ansonsten sind die beiden ein eingespieltes Paar, als wäre es immer schon so gewesen. Genau wie im Büro meiner Frau, wo Samira an drei Tagen in der Woche der Mittelpunkt der ganzen Mannschaft ist. Bringt meine Gattin mal keine Samira mit, kommt gleich die Frage: "Wo ist dein Hund!?" Dort ist sie die Wächterin aller Brötchentüten, Streichelmonster und Schlaf-mütze in Rückenlage. Mittags geht es dann an der 20Meter-Feldleine auf die große Wiese und abends wie an allen anderen Tagen durch Wald und Flur, über Bach, Stock und Stein. Alles ist dann toll, ob Tiere im Wald, Hundebegnungen unterwegs oder der anschließende Belohnungskauknochen.
Samira ist, so könnte man sagen, ein vor Lebensfreude sprühender Anfängerhund. Sie verhält sich in allen Situationen tadel-los, ob andere Hunde beiderlei Geschlechts, Kleinkinder, Radfahrer und sogar die Eisenbahn unten im Tal können sie nicht aus der Ruhe bringen. Sie hört für einen Siberian Husky außergewöhnlich gut auf Kommandos. Sie begreift täglich mehr und mehr, dass sie bei uns kein Kurzparker ist und blüht immer noch weiter auf. Auch wenn sie manchmal eigenwillig ist (welcher Hund ist das nicht?), gibt sie viel von unserer Zuneigung zurück und ist aus der Familie nicht mehr wegzudenken. Selbst alle drei Katzen haben sie voll akzeptiert und dies beruht auf Gegenseitigkeit. Sie ist eben unsere Prinzessin.
So, genug der Worte und auf zum Hundespaziergang - bis bald.
Beste Grüße, Ihr Wolfgang Müller