HOOGAN
Liebe Freunde von Collie in Not,
wir haben heute Euren Brief mit der Marke für den Suchdienst bekommen. Frauchen fand das sehr gut, ich bin nicht davon begeistert. An meinem Geschirr hängt schon die Steuermarke und ein anderer Anhänger mit Frauchens Handy-Nummer - und nun noch eine Marke! Alles muss mit Kabelbindern „klimpersicher“ montiert werden, weil ich sehr geräuschempfindlich und außerdem „geschirrscheu“ bin. Frauchen geht mit mir in die animal-learn-Hundeschule zu Herrn Bressel, und der hat gesagt, das legt sich nur mit viel Geduld.
Jedes Mal, wenn wir Gassi gehen wollen, liegt Frauchen jetzt auf der Erde und macht „Beschwichtigungsrituale“ mit mir, damit ich komme und mir mein Geschirr anlegen lasse. Habe ich es einmal an, flitze ich begeistert los und finde es o.k.! Das kann noch eine ganze Weile so gehen, meint der Hundetrainer. (Außerdem sieht Frauchen total witzig aus, wenn sie gähnt und wegguckt und lockt und wartet, ob ich mich herablasse zu kommen.)
Ansonsten habe ich es hier gut getroffen. Gleich am ersten Tag war für mich die Welt total in Ordnung. Ich habe nicht einmal nachts geweint. Das liegt natürlich auch daran, dass ich mit einer Neufundländerin zusammen leben darf, die mit mir sehr, sehr sanftmütig und großherzig umgeht. Ich darf fast alles!
Beim Gassi gehen habe ich von ihr gelernt, dass man zu allen anderen Hunden nett sein muss, und wenn sie „brummen“ besser einfach weiter geht, als hätte man sie gar nicht gesehen. Jetzt sagen alle Leute zu Frauchen: „Das sind ja zwei ganz liebe!“ Dann lobt uns Frauchen und wir kriegen ein Leckerechen.
Wenn mir nach Fangen spielen ist, jage ich unsere zwei Kater. Sie finden das lustig, nur, wenn es zu viel wird, klettern sie schnell auf den nächsten Baum im Garten, und ich rege mich dann schrecklich auf und belle.
Abends liegen wir alle zusammen im Wohnzimmer bei Frauchen. Dann sind wir vier so artig, das glaubt kein Mensch, der uns wilde Bande am Tag erlebt.
In die Hundeschule gehe ich besonders gern. Ich liebe es, mit dem Auto dorthin zu fahren. Außerdem hat Herr Bressel immer Wurststückchen dabei. Er ist für mich der Größte, und Frauchen macht artig, was er sagt, damit ich ein wohlerzogener Hund werde, ohne rucken und reißen. Sie gibt sich große Mühe, die „Hundesprache“ zu lernen. Aber einige Male werde ich mit ihr noch hingehen müssen. Man darf seinen Menschen ja schließlich nicht überfordern!
Im Dorf habe ich schon einige vierbeinige Freunde. Wenn wir uns treffen, gibt es immer ein großes Getümmel. Da sind die unterschiedlichsten Typen dabei. Mädchen und Jungen, wild und zurückhaltend. Ich vertrage mich mit allen recht gut. Von dieser Woche an geht Frauchen mit mir einmal die Woche allein zu jemandem zum spielen, ohne Bonny, damit ich lerne, ohne Unterstützung meine Hundesprache bei Artgenossen richtig zu benutzen. (Hat Herr Bressel empfohlen!) Und wenn wir den „Grundkurs“ in der Hundeschule absolviert haben, dann gehen wir zur Gruppenstunde. Da sind dann viele Hunde, und darauf freuen wir uns schon sehr.
Den Bauch kraulen kann Lena-Christin am besten. Sie ist Frauchens Enkeltochter und wohnt nebenan. Wir haben einen gemeinsamen Garten, und da kann ich immer mit ihr (6 Jahre) und ihrem kleinen Bruder Mark-Philip (3 Jahre) und ihren drei Katzen spielen. Ja ja, schon richtig gerechnet, insgesamt mit 5 Katzen habe ich es hier zu tun! Besonders gerne spiele ich mit der Mama von Lena-Christin und Mark-Philip fangen im Garten. Sie rennt dann mit lautem Getöse hinter mir her, und ich find das herrlich. (Frauchen sagt, für solche Späße fehlt ihr die Puste.)
Wie Ihr seht, halte ich die Familie ganz schön auf Trab. Alle sagen, sie sind froh, wenn meine Fangzähne endlich gewechselt haben, weil bei der Balgerei schon jede Menge T-Shirts und Hosenbeine einen Riss abbekommen haben! Darum läuft die ganze Großfamilie nur noch in alten Klamotten rum.
Jetzt muss ich Schluss machen, es ist nämlich Essenszeit, und essen ist meine Lieblingsbeschäftigung. Wenn es nicht schnell genug geht mit der Zubereitung, melde ich mich lautstark zu Wort. Bei einer so großen Gesellschaft muss man schließlich aufpassen, dass man nicht vergessen wird, oder? Außerdem bekommen die Katzen immer zuerst was, das regt mich schon auf!
Wenn die neuen Fotos fertig sind, schicke ich Euch welche. Die schönsten vom 1. Film hat Frau Otto, damit sie sehen kann, dass sie mich bei netten Leuten untergebracht hat.
Bis bald also! Herzliche Grüße von
Hoogan (dem nettesten Wildfang von Bad W.)