Am 17. Dezember war es soweit: Frau Gräfenstein, eine Hundetrainerin aus Duisburg die auch im Bericht über Laska bereits erwähnt wurde, stand mit „Maya", einer unheimlich lieben und sehr sensiblen Colliedame, vor unserer Türe. Damit Maya sich auf der Fahrt von Duisburg zu uns nicht zu einsam fühlte, brachte sie „Jason" ihren sehr lieben Colliemix mit. Bei uns angekommen fand draußen erstmal ein Kennenlernen zwischen den beiden und unseren Collies  Balu & Sarah statt.... Sympathie war auf Anhieb vorhanden und so ging es im Haus weiter. Mit Balu, den wir 1996 von einem Bauernhof durch mehr oder weniger Zufall bekamen, wuchs unsere Liebe zu den Vierbeinern. Ein Jahr später sahen wir im WDR in der Aktuellen Stunde einen Bericht über 10 Collies, die nach einem ca. einjährigen „Aufenthalt" im Versuchslabor in die „Gesellschaft" integriert werden sollten. Normalerweise werden Versuchstiere nach Abschluß der Versuche eingeschläfert. Diese Initiative genannt das „Kölner Projekt" wurde unter der Leitung des Tierheims Wermelskirchen durchgeführt. Das Schicksal dieser Collies ging uns so nahe, dass wir nach tagelanger Recherche (WDR, Aktuelle Stunde, Tierheim Wermelskirchen....) endlich mit Frau Dittges, der Leiterin des Tierheimes, Kontakt aufnehmen konnten. Mit Balu im „Gepäck" ging es nach Wermelskirchen, wo wir Sarah, die letzte Colliehündin aus dem Projekt, kennen lernten. Sarah, die bis dahin keinen Kontakt zur Außenwelt hatte, war sehr scheu, verängstigt und mißtrauisch. All das hat uns aber nicht davon abgehalten, ihr bei uns ein neues Leben zu ermöglichen.
Nun stand also Maya vor uns, eine wundervolle und sensible Colliedame, die in ihrer Art einfach nur lieb ist. Maya war eine „unbrauchbare" Zuchthündin, die deshalb ausrangiert wurde. Sie reagierte bei Geräuschen oder schnellen Bewegungen absolut panisch. Ähnlich wie bei Sarah saß auch bei ihr die Angst und Verbitterung über uns Menschen sehr tief. Hier sei erwähnt, dass wir von all' dem fast nichts mehr spürten. Maya hatte in den letzten Monaten, während sie bei Fr. Gräfenstein in Duisburg zur Pflege lebte, große Fortschritte gemacht. Ohne Frau Gräfenstein's Hilfe hätte sie sich nie so toll entwickeln können. Was uns schon sehr wunderte war der Umstand, wie umsichtig Balu & Sarah mit Maya umgingen.
Nachdem die Entscheidung, Maya bei uns zu lassen gefallen war, nahmen wir alle mehr oder weniger traurig Abschied voneinander. Natürlich war die Freude über unser neues Familienmitglied groß, doch spürten wir auch, wie schwer es Fr. Gräfenstein fiel, sich von Maya zu trennen. Da Fr. Gräfenstein  noch viele andere Vierbeiner zu versorgen hatte, machten wir ihr zu Beginn den Vorschlag, selber nach Duisburg zu fahren, um Maya zu holen. Trotz der vielen Arbeit verneinte sie...Fr.Gräfenstein wollte sich selber einen pers. Eindruck vor Ort machen, und das zeigte uns, wie wichtig und verantwortungsvoll der Tierschutz und die Vermittlung eines Schützlinges von der Fam. Koopmann und dem Verein „Collie in Not e. V." durchgeführt wird.
Nun waren wir also zu fünft....Sabine, ich und unsere 3 Langnasen. Maya fasste sehr schnell Vertrauen, und sie folgt mir nun auf Schritt und Tritt. Gehe ich nach oben ins  Büro, so dauert es nicht lange und sie gesellt sich zu mir, schaue ich fern, so sitzt die kleine Dame prompt neben mir auf dem Sofa. Sie ist für ihr Leben gerne im Garten, und natürlich genießt sie auch die täglichen Spaziergänge im Wald. Zu Hause macht sie es sich am liebsten gemütlich und hält ihren Schönheitsschlaf, der von dem ein oder anderen tiefen Seufzer untermalt wird. Unsere drei Langnasen verstehen sich prächtig, und es ist eine Wonne, ihnen zuzuschauen.
Ach ja...eines hätten wir fast vergessen...Maya ist fast blind, auf einem Auge sieht sie  gar nichts mehr und auf dem anderen nur schemenhaft. Ich kann jedem Tierfreund nur raten, sich von solchen Dingen nicht beirren zu lassen. Maya kommt wunderbar mit dem Alltag zurecht, und ihre „Behinderung" spürt man kaum. Sie war anfänglich ein wenig unsicher, stand aber schon in der ersten Nacht oben bei uns vor dem Bett, und beim Herumtollen mit Balu & Sarah erweist sie sich als äußerst flink. Ich glaube, dass wir Menschen mit der Behinderung eines Tieres ein weit aus größeres Problem haben als die Tiere selber, und das ist völlig unbegründet! Sich für einen „Pechvogel" zu entscheiden war das beste, das wir tun konnten.
Maya ist eine kleine feine Dame mit einem unendlich großen Herzen. Wir sind dem Schicksal wirklich dankbar, dass Maya zu uns gekommen ist, und je mehr wir darüber nachdenken, umso mehr verachten (Entschuldigung) wir Menschen, die soviel Wert auf Äußerlichkeiten bei einem Hund legen. Wie kann das Aussehen, die Farbe oder das Fell so eine große Rolle spielen??? Wo es so viel Elend um uns herum gibt???? .....Nun ja, Gott sei Dank gibt es auch noch andere Menschen.
Ein dritter Hund war nie geplant (wer plant so etwas auch schon?)....angefangen hat alles mit „Gordon" dem wir und seiner neuen Familie von hier aus alles erdenklich gute wünschen. Ja Ihr Lieben, unser Herz hängt immer noch an ihm, der sozusagen verantwortlich ist für unsere Entscheidung, einen weiteren hilfsbedürftigen Vierbeiner aufzunehmen. Ich habe jeden Buchstaben des Berichtes von Sabine und Jürgen „gefressen", und es ist einfach nur schön zu wissen, dass er es sehr gut hat. Auch jetzt im Moment dieser Zeilen, wenn ich an ihn denke, freuen wir uns für ihn. Es war mit Sicherheit nicht einfach für Euch, sich zu lösen... so wie Ihr ihn uns beschrieben habt.... wie er sich mit seiner schelmischen Art in die Herzen der Menschen bohrte!!! Aber hier sieht man noch einmal, wie gut und gewissenhaft Ihr mit einem solch schwierigen Fall umgeht.
Schön dass es Euch gibt!!!!!  
Zum Abschluss möchten wir der Fam. Koopmann und auch Fr. Gräfenstein für ihre aufopferungsvolle Arbeit danken. Sie verdienen unseren tiefen Respekt, und ich kann nur jeden Menschen auffordern, diese Arbeit zu unterstützen, um das Leid der Tiere ein klein wenig zu lindern.
Heinz und Sabine, die sich auf ein baldiges Kennenlernen freuen
MAYA