JAMIE
21.12.2010: Jamie ist der größte Pechvogel, der jemals in unsere Obhut gegeben wurde! Bevor er zu uns kam, war er als Fundhund in einem Tierheim gelandet, von dort relativ kurz vermittelt, von uns aus nach über einem halben Jahr vermittelt, nach wenigen Wochen zurück gebracht, weil er sich den unverschämten Familienkater packen wollte und dabei die Hand des Kindes erwischte, das eingreifen wollte, nochmals vermittelt und wieder nach ein paar Wochen zurück gebracht, weil er unsauber geworden war. Vielleicht hatte er wirklich "Heimweh" nach uns, hier ist er auf jeden Fall so sauber wie vorher auch.
Ein anderes, viel schlimmeres Problem hatte sich aber in der Zwischenzeit entwickelt. Eine Schwellung in Jamies linkem Auge wurde gestern operiert, da der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht. Von außen war nicht zu erkennen, wie erschreckend groß dieser Knoten war. Insgesamt entsprach er der Größe einer Walnuss, er drückte von innen das Auge schon etwas zur Seite. Wahrscheinlich werden wir durch die Feiertage den Befund in diesem Jahr nicht mehr bekommen, es wird kein sehr fröhliches Weihnachtsfest für alle die werden, die unseren Sir James kennen und lieben!
Mit dem Wunder einer weiteren Vermittlung rechnen wir jetzt nicht mehr. Egal wie der Befund aussehen wird, Jamie kann seinen privilegierten Schlafplatz in Herrchens Zimmer für den Rest seines Lebens behalten.
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08.04.2011: Man soll niemals NIE sagen! Nachdem wir den Befund von Jamies Tumor mit der erschreckenden Prognose bekommen hatten, gingen wir davon aus, dass dieser tolle Rüde nicht mehr lange leben würde und vor allen Dingen keine Vermittlung mehr möglich wäre. Wie voraus gesagt und befürchtet bildete sich schon bald eine neue Beule um Jamies Auge, die rasend schnell wuchs und ihm deutlich Schmerzen verursachte. Er konnte seine Blase nicht mehr kontrollieren und machte immer häufiger in die Wohnung. Als dann auch noch ein Gefäß im Auge platzte und Jamies Lebensfreude deutlich beeinträchtigt war, bereiteten wir uns auf den Abschied vor.
Aber ähnlich wie bei Antares hatte ich plötzlich das Gefühl, etwas Falsches zu tun, wenn ich Jamie gehen lassen würde, was vom medizinischen Standpunkt ja absolut vertretbar gewesen wäre. Nach einem langen intensiven Gespräch mit der Tierärztin, die Jamie operiert hatte, war eine "Behandlungsstrategie" geplant mit der Möglichkeit einer zweiten OP, falls sich bei einer eingehenden Untersuchung in den Organen noch keine Metastasen finden würden. Die Stunden bis zum Anruf der Tierklinik dehnten sich zu Jahren - aber dann die unglaubliche Nachricht: Außer einer kleinen Metastase im Kieferbereich war nichts gefunden worden und Jamie schon operiert. Das Auge ist entfernt worden und großflächig das umgebende Gewebe. Eine gute Woche ist seit dem Eingriff nun vergangen, und Jamie geht es rundum colliewohl!! Der lange Schnitt ist problemlos verheilt, und Jamie gewöhnt sich immer besser an das Sehen mit einem Auge. Im Gegensatz zur ersten OP brauchte er keinen Schutz, er machte kein einziges Mal den Versuch an der Narbe zu kratzen oder sich zu reiben. Seit er aus der Klinik zurück ist, brauchen wir auch keine "Pipitücher" mehr, er ist trocken!
Jetzt wollen wir es doch noch versuchen, für "Sir James den Einäugigen" eine Dauerpflegestelle zu finden. Wichtig ist ein Zuhause ohne Katzen, ein nettes Hundemädel würde dem Charmeur Jamie dagegen sehr gefallen! Mehr als drei bis vier Stufen sollte er nicht mehr steigen müssen, da er ja nicht mehr ganz der Jüngste ist, und sportlich war er auch nie wirklich. Wir hoffen, dass es für Jamie ein ganz besonderes Ostergeschenk gibt!!