DER KETTENHUND
Mit seinem sanften Blick schaut er mich an,
Seine Augen sind immer aufmerksam.
In diesen Augen steht vieles geschrieben,
Von Angst, Einsamkeit und Hieben.
Vieles, was andere nicht verstehen,
Kann ich in seinen Augen sehen.
Sein Kopf hängt müde herunter,
Und wird wahrscheinlich nie mehr munter.
Er hat die Hoffnung längst aufgegeben,
Und somit auch sein ganzes Leben.
Sein Körper ist von Narben übersät,
Denn als ich ihn entdeckte war's fast schon zu spät.
Ohne Wasser und ohne Futter lag er im Freien,
Ob es regnete, hagelte oder begann zu schneien.
Das Dasein eines armen Kettenhundes führte dieser Hund,
Tag für Tag, Stund' für Stund'.
Wärme, Liebe und Geborgenheit lernte er nie kennen,
Er konnte nie auf einer grünen Wiese herumrennen.
Freiheit war für ihn ein Fremdwort,
Eine schwere Eisenkette band ihn immer an denselben Ort.
Glücklicherweise habe ich ihn dann entdeckt,
Ganz verwahrlost und verdreckt.
Nun führt er ein gutes Leben,
Ich versuche ihm alles, was er braucht, zu geben.